Rätselhafte Verstümmelungen – Teil 2 – Peinliche Erklärungen

Angesichts der schaurigen Tatsachen, muten die behördlichen Stellungnahmen geradezu rührend an. „Raubtierfraß“ hieß es offiziell.
Bussarde, Hyänen und sonstige Aasfresser hätten sich an den toten Wiederkäuern gütlich getan. Nicht einmal Schmeißfliegen wurden ausgeschlossen, die von all den bezichtigen Tieren wohl die größten Probleme haben dürften, Rinderleichen mit Kabeln in Baumkronen anzubinden oder in Brunnenschächte hineinzuquetschen.
1979 führten die Behörden des Bundesstaates New Mexico in Zusammenarbeit mit der Federal Law Enforcement Assistance Administration (LEAA) eine aufwendige Studie durch. Die Rancher hielten vom ersten Moment an nichts von dieser Aktivität, denn die LEAA war eine bekannt verschwenderische, dafür aber unfähige Organisation. Man argwöhnte, die ganze Sache habe nur den Zweck,
der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen und die Gemüter zu beruhigen. Die Tatsache, daß die Leitung der Untersuchung dem früheren FBI-Mann Kenneth Rommel übertragen worden war, verstärkte noch das Mißtrauen.
Das Schlußergebnis scheint diese Vorbehalte zu bestätigen. Es wurde ein Jahr später veröffentlicht und nannte als alleinige Täter Raubtiere. Eine Wiederholung der offiziellen Lesart, wie sie in zahlreichen Polizeiberichten – speziell in Arkansas – zu finden ist. Damit stimmten die Züchter überhaupt nicht überein. Ergrimmt wies man darauf hin, daß Rommel lediglich fünfzehn tote Kühe untersucht hatte.
Keine davon – so die Rancher – sei ein klassischer Verstümmelungsfall gewesen.
Ein Experiment, dessen Ausgang das Sheriff-Büro von Washington County, Arkansas, im Oktober 1979 bekanntgab, schien die Raubtier-Theorie zu erhärten. Am 4. September hatte man eine kranke Kuh getötet und in die Mitte eines Feldes gelegt. Zwei Polizisten der Arkansas State Police, Sergeant Rick O’Kelley und Sergeant Doug Fogley, beobachteten den Kadaver und fertigten Fotografien an.
Nach 33 Stunden wiesen die sterblichen Überreste der Kuh oberflächliche Parallelen zu den verstümmelten Tieren auf. Bussarde und Schmeißfliegen hatten sich an den Augen, dem Blut und den Genitalien gütlich getan. Sonst war niemand dem toten Tier nahegekommen. Damit war eine „natürliche“ Erklärung gefunden. Die ungeklärten Punkte konnten vergessen oder anderen Raubtieren
zugeschrieben werden, die sich im beobachteten Fall durch die Anwesenheit der beiden Police Officers eben nicht herangewagt hatten.
Eine Peinlichkeit dieser Theorie sticht besonders ins Auge: Gerade wenn sie stimmen würde, müßte sie falsch sein. Sie widerlegt sich auf nachgerade klassische Weise selbst. Die ins Treffen geführten Erscheinungen wären nämlich so natürlich, daß sie fast bei jedem toten Rind auftreten müßten. Solches wäre uns ebenso vertraut, wie das selbst bei weit selteneren Naturphänomenen der Fall ist. Und es müßte weit häufiger passieren. Der Viehbestand in den USA geht in die Hunderte Millionen. Die Vorstellung, von diesen Massen würden im Lauf von zehn bis zwanzig Jahren nur etwas über 8000 Stück einsam verenden und Raubtieren und Aasfressern zur Verfügung stehen, ist absurd.
Wie man es auch dreht und wendet, die Zahl der Verstümmelungen ist groß genug, um Angst zu verbreiten, aber viel zu klein, um alltägliche Ursachen wie Tierfraß zu haben. Das sporadische Auftreten, die zeitweilige Häufung der Verstümmelungen, der Transport der Tiere vom Tat- zum Fundort, all das gibt der Raubtiertheorie den Rest. Schade, man wäre beruhigter gewesen.
Beruhigt waren auch die Menschen in den betroffenen Gebieten in keiner Weise. Sie hielten wenig von Stellungnahmen dieser Art. Weit gängiger waren die Vorstellungen, Außerirdische – oder der CIA – würden unheilige Versuche an unschuldigen amerikanischen Kühen machen, Satanisten ihr Unwesen treiben oder Motorradgangs sich in sado-sodomitischer Weise an den Tieren vergehen,
beziehungsweise den Farmern einfach eins auswischen wollen, etc. etc. Ob Rocker oder Satanisten, sie wären bei nächtlichen Pirschgängen ganz sicher den Ranchern oder deren Aufpassern in die Hände gefallen, die seit dem Beginn der Verstümmelungen so manche Nacht bei den gefährdeten Tieren wachten. Und das nicht unbewaffnet.

Die Metzelein bleiben ein beklemmendes Mysterium. Ein Jahr vor „Snippy“ hatte sich in derselben Gegend übrigens ein Fall ereignet, über den man sich heute noch nicht einig ist, ob es sich dabei um eine „klassische Tierverstümmelung“ handelt oder etwas anderes, nicht weniger Unheimliches.
Im Frühnovember des Jahres 1966 verschwand auf der „Snippys“ Fundort gegenüberliegenden Seite des Ohio-Flusses der deutsche Schäferhund eines Mr. William Watson. Eine Woche später wurde die Leiche des abgängigen Hundes in der Mitte eines Feldes neben der Georges Creek Road außerhalb von Gallipolis gefunden. Die Begleitumstände waren seltsam bis gruselig:
Das Knie hohe Gras des Feldes war rund um den Hundekadaver flach niedergepreßt, so daß sich ein exakter Kreis von sechs Metern Durchmesser ergab. Im Zentrum der Hund. In seinem Körper war jeder einzelne Knochen gebrochen, besser gesagt zerschmettert.
Anzeichen eines Kampfes oder Blutspuren – bzw. Spuren überhaupt – ließen sich nicht entdecken, auch deutete der Zustand des Hundes auf kein bekanntes Raubtier hin. Selbst Kommunisten, Wahnsinnige oder die CIA hätten derartiges nur mit ungeheurem Aufwand – und sicher nicht geheim – bewerkstelligen können.
Stellvertretend für alle peinlichen Erklärungsversuche die offizielle Stellungnahme des National Investigation Committee on Aerial Phenomena (NICAP) zum Fall des Pferdes „Snippy“: Eine Tätergruppe hätte sich zu Snippy auf das Feld begeben, dort unbemerkt einen Trog aufgestellt und ein riesiges Dreibein mit einem Flaschenzug aufgebaut. Dann ergriffen sie das willfährige Pferd, hingen es mittels Flaschenzug und Dreibein über den Trog und vollführten ihr grausig-sinnloses Werk. Danach verschwanden sie ebenso unauffällig.
Irgendwie fällt es angesichts solcher Schlußfolgerungen leichter, an Vampire oder Aliens zu glauben.

Mehr über Cattle Mutilation in Viktor Fargas Buch „Jenseits des Vorstellbaren“ sowie in „Wer beherrscht die Welt?“. In „Jenseits des Vorstellbaren gehe ich einer möglichen Verbindung von Tierverstümmelung mit „Spontaner Selbstverbrennung SHC“ nach (auch das gibt es), und in „Wer beherrscht die Welt?“ nehme ich auch noch das neuartige Phänomen der Menschenverstümmelung „Human Mutilation“ unter die Lupe. Zu letzterem ein paar Worte: Die Art der seit mehr als einem Jahrzehnt auftretenden Verstümmelung von Menschen deckt sich fast hundertprozentig mit der bei den Tieren. Dazu im dritten Teil…

Quellen: outcoming.de, farkas.at, alien.de

~ von donsanchez am Juli 29, 2008.

Eine Antwort to “Rätselhafte Verstümmelungen – Teil 2 – Peinliche Erklärungen”

  1. Hyänen waren für die „Verstümmelungen“ mit Sicherheit nicht verantwortlich, denn die kommen in dn USA nicht vor. Wahrscheinlich waren Kojoten gemeint.
    Fakt ist aber, dass die typischen Cattle-Mutilations haargenau die Merkmale aufweisen, die der Leiche eines Großtieres von kleinen Fleischfressern zugefügt werden. Die Angaben wie „chirurgische Präzision“ lassen sich wohl kaum nachprüfen, und ich kann mir kaum vorstellen dass sie einer ernsten Untersuchung standhalten würden. Vielfach werden solche Wörter bewußt verwendet, um alles zu mystifizieren. Da ich mit der Sektion von Körpern durchaus vertraut bin, kann ich sagen dass die Cattle-Mutilations nicht so aussehen.
    Das was da so gerne als „Verstümmelung“ beschrieben wird, sieht zwar ekelhaft, um nicht zu sagen grauenerregend aus, läßt sich aber völlig banal erklären, anscheinend vielen zu banal.
    Bei diesen Fällen handelt es sich ja meist um Rinder, manchmal auch um Pferde, also große Tiere mit einer dicken Haut. Kleine opportunistische Aasfresser, seien es jetzt Greifvögel, Rabenvögel, kleine Raubtiere wie Füchse oder Dachse bis hin zu kleinen Säugern wie Nagern (eine ganze Reihe von Mäusen und Ratten gehen bei Gelegenheit durchaus an frisches Fleisch) sind nicht in der Lage die dicke Haut eines solchen Tieres aufzubeißen, vor allem nicht an den Stellen, die keine Möglichkeit zum Anbeißen geben. Doch es gibt eine Reihe von Körperteilen und Regionen, die auch von sehr kleinen Tieren angefressen und abgefressen werden können, und von wo sie sich weiter vorarbeiten. Eine dieser Körperregionen ist das Maul. Die Lippen sind nicht übermäßig dick und stabil, und können leicht abgefressen werden können, von dort geht es weiter zu den Backen, Teilen der Kaumuskulatur und Drüsengewebe. Auch die Zunge und das Zahnfleisch werden nicht durch eine dicke Haut geschützt. Die Augen sind speziell für Rabenvögel oft eine der ersten Angriffsstellen. Die Ohren sind zwar recht zäh und knorperlig, doch da sie in sehr dünne Ränder auslaufen, bequem auch von einem sehr kleinen Raubtier der eventuell selbst von einem Nagetier ins Maul zu nehmen. Eine ziemlich unappetiliche Region die auch meistens als „verstümmelt“ angegeben wird, ist die Genital-und Anusregion. Auch dort ist die Haut sehr dünn, und wirft ausßerdem leicht Falten, was sie ebenfalls zu Angriffszielen kleiner Aasfresser macht. Gerade die Anusregion wird dabei teilweise regelrecht ausgefressen. Bei manchen der Bildern sieht man auch, dass die Genitalien nur bis dahin aufgefressen wurden, wo die normale dicke Haut anfängt.
    Ähnliches trifft übrigesn auch auf Euter zu. Auch sollte man die Fähigkeit von Maden, innerhalb kürzester Zeit in Verwesung übergehendes Fleisch bis auf die Knochen blank abzufressen, keineswegs unterschätzen. Auch hier trifft es die Maul, Anal-und Genitalregion oft schneller als den Rest des Körpers. Dunkle Verfärbungen die vermeintlichen „Hitzeschneidewerkzeugen“ zugeschrieben werden, lassen sich ganz einfach als von Bakterien verursachte Verwesungsprozesse erklären, die dort wo Tiere bereits ihren Speichel an dem Fleisch hinterlassen haben, beschleunigt von Statten gingen.
    Bei den genannten Dingen handelt es sich auch nicht um irgendwelche notdürftigen Erklärungsversuche, sondern um vielfach dokumentierte Fakten. Ich sage nicht dass sie jeden einzelnen Fall von „Mutilations“ erklären, aber mit Sicherheit die allermeisten.

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